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No Access / Foto: Joerg Burger

2012
PETER SANDBICHLER
No Access

Rauminstallation
13 Metallspinde, Leuchtstoffröhren
Höhe: 200 cm, Durchmesser: 450 cm
Werkentstehung 2007, Installation in Schloss Buchberg in verschiedenen Räumen ab 2012
Ort: Dachboden

Die Installation No Access („kein Zugang“) des österreichischen Künstlers PETER SANDBICHLER drängt sich als Widerspruch in den Kontext der Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung Wien. Die Formierung von [im Entwurf] einundzwanzig Metallspinden scheint in ihrer martialischen Ausprägung nicht nur den Ausstellungsraum der Institution zu sprengen, ihre hermetische Struktur unterläuft auch die inhaltlichen Ziele und Anforderungen dieses Ortes, der sich als ein offenes Kommunikationsforum versteht.

Hinsichtlich ihres modularen Aufbaus und der kreisförmigen Anordnung der einzelnen Elemente korrespondiert die Konstruktion von No Access mit Friedrich Kieslers Mobile Home Library von 1938/39, dem Praxis orientierten Kernstück seiner Erforschung neuer Gestaltungsmethoden im Bereich des Alltagsdesigns an der Columbia University in New York. SANDBICHLER bezieht sich in einer Entwurfszeichnung auf diese Übereinstimmung und zitiert Kieslers Projekt als Einflussfaktor, gibt dieses als Quelle der Inspiration an. Doch im Gegensatz zu Kieslers Mobile Home Library, deren Konzept auf Mobilität, flexible Nutzung und vor allem ungehinderte Zugänglichkeit gerichtet war, ist SANDBICHLERs Arbeit statuarisch und stellt sich dem Betrachter verweigernd entgegen.

Und doch gibt es noch weitere, ganz wesentliche Übereinkünfte zwischen Kieslers modernistischem Forschungsanliegen und der aktuellen künstlerischen Positionierung. Begriffe wie „Home” (Kiesler) und „Private” (SANDBICHLER) sind den Werken als sinnstiftende Bezeichnungen eingeschrieben − einmal dem Titel und einmal dem Objekt selbst − und meinen letztendlich ein und dasselbe: ein individuelles Bezugssystem, abgestimmt auf die speziellen, persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen.


(Monika Pessler, Pressetext zur Ausstellung in der Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung, Wien 2007)

PETER SANDBICHLERs 2007 in der Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung ausgestellte Arbeit wurde 2008 für die Sammlung angekauft, dann zunächst im Durchgang zur Kapelle und 2012 im Rahmen des Buchberger Sommers am Dachboden des Schlosses aufgestellt.


www.petersandbichler.com

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